Private Lotterievermittler: „Faktisches Berufsverbot“

Lotto: Faktosches Berufsverbot

Private Lottovermittler sehen sich der Vormachtstellung der staatlichen Lottogesellschaften ausgesetzt. Trotz der Auflösung des Lotto-Monopols 2012 würden sie benachteiligt und bemängeln in einem offenen Brief „ein völlig intransparentes Vergabeverfahren“ bei den Vermittlerlizenzen sowie gekürzte Provisionen. Den Brief an alle Ministerpräsidenten, der der „Welt am Sonntag“ vorliegt, haben alle zwölf staatlich lizenzierten privaten Vermittler unterzeichnet.
Seit der Änderung des Glücksspielstaatsvertrags 2012 dürfen private Vermittler in das Lottogeschäft einsteigen. Für die Zulassung und die Vergabe der Vermittlerlizenzen sind die Länder zuständig, die gleichzeitig über die Lottogesellschaften selbst indirekt als Vermittler tätig sind. „Diese doppelte Abhängigkeit der privaten Vermittler nutzen sie ganz klar aus“, sagt Norman Faber, Präsident des Deutschen Lottoverbands, der „Welt am Sonntag“.

Langwierige Vergabeprozesse

Das niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr vergibt nach Prüfung die Erlaubnis für die gewerbliche Spielvermittlung im Internet, wenn bestimmte Voraussetzungen wie Suchprävention, Schutz von Minderjährigen und Offenlegung der Gesellschaftsstruktur erfüllt sind. Doch „…während fast alle staatlichen Lottogesellschaften bereits im Juli 2012 online starten durften, warten private Anbieter teilweise bis heute auf Erlaubnisse oder Ergänzungsbescheide“, heißt es in dem Brief an die Länder.

Die staatlichen Lotteriegesellschaften profitieren zudem vom gemeinsamen Internetauftritt lotto.de und leiten die Nutzer auf das Onlineangebot der Landeslotterien weiter. „Die staatlichen Anbieter können so gemeinsam auftreten – genau das sollte durch die Reform des Glücksspielrechts verhindert werden“, kritisiert Lottoverbandspräsident Norman Faber in der „Welt am Sonntag“. In ihrem Brief fordern die zwölf Lottovermittler die Einstellung der Seite lotto.de

Für zwei staatlich lizenzierte Vermittler sieht es laut „Welt am Sonntag“ besonders schlecht aus. Laut Informationen der Zeitung liegen bereits Übernahmeangebote von ausländischen Firmen vor. Der Nachteil: Lottovermittler mit Sitz im Ausland wie Tipp24 führen ihre Gewinne allein dem Unternehmen und den Aktionären zu. Dem Staat gehen so Millionen an Steuereinnahmen und Konzessionsabgaben für den guten Zweck verloren. Denn ausländische Zweitlotterien spielen das echte deutsche Lotto nur nach und unterliegen nicht der Kontrolle des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. Auch die Gewinne sind nicht staatlich garantiert.

Quellen: http://www.welt.de/finanzen/article132724189/Beim-Lotto-spielt-der-Staat-falsch.html, Insiderinformationen
Bildcredit: Fotolia.com – bahrialtay

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